Forderungen der Leipziger Wagenplatz-Besetzer sind abenteuerlich

Am vergangenen Wochenende haben die Wagenplatz-Besetzer gegen den Verkauf und die Sanierung von immer mehr Häusern im Leipziger Osten demonstriert. Bei allem Respekt vor der Möglichkeit, seine Meinung öffentlich kundzutun, tendiert mein Verständnis für die Forderungen der Wagenplatz-Besetzer jedoch gegen Null.

Der aus weltanschaulicher Sicht hergeleitete, städtebauliche Ansatz dieser Leute passt nicht in die heutige Welt und ist das Gegenteil dessen, wofür ich mich lange Jahre im Leipziger Stadtrat eingesetzt habe. Angesichts der positiven Entwicklung im Leipziger Osten bin ich davon überzeugt, dass die übergroße Mehrheit der Leipziger nicht die Einschätzung der Demonstranten teilt, bei der Aufwertung unserer Stadtteile und der Steigerung der Lebensqualität handele es sich um eine Fehlentwicklung.

Ich respektiere es, wenn Menschen die Freiheit einfordern, ihren eigenen Lebensentwurf umsetzen zu wollen. Dieser Wunsch stößt allerdings an Grenzen, sobald er die Rechte und Freiheiten aller anderen einschränkt. Bislang ist die Existenz der Wagenplätze geduldet worden. Die Forderung der Wagenplatz-Kommune an die Politik, zu Gunsten alternativer Wohnform-Spinnereien auf Stadtentwicklung quasi zu verzichten, halte ich für abenteuerlich. Durch die Demonstration am Wochenende hat die Diskussion über die Wagenplätze eine neue Qualität erreicht. Das öffentliche Interesse an der Entwicklung städtischer Brachen steigt. Deshalb sollte die Stadt Leipzig darauf hinwirken, das Problem der Wagenplätze im Dialog mit den dortigen Bewohnern mit dem Ziel aus der Welt zu schaffen, derartige Wagenplätze mit kostenfreier Nutzung fremden Grund und Bodens künftig nicht mehr zu tolerieren.

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